Drei Verantwortungen. Drei Ebenen. Ein Zertifizierungspfad.
HeptaMS ist kein weiteres Framework neben Scrum oder ITIL, sondern die Ordnungsebene darüber. Daraus folgt ein Rollenmodell, das man auf jede Organisation legen kann — und genau zwei verkaufbare Zertifikatsarten: Skill und Rolle.
Vom Sinn zum Zertifikat
Der Sinn ist die Frage, der Skill ist die Antwort, die Rolle setzt die Antworten zusammen.
Sieben Leitfragen als Landkarte — Richtung, Führung, Fluss, Takt, Stabilität, Zusammenarbeit, Reichweite. Kein Kurs, sondern die Standortbestimmung.
Je ein konkretes Werkzeug oder Thema (OKR, Scrum, Kanban, ITIL, DevOps, Make-or-Buy, KI-Sicherheit …), ein halber bis ein Tag. Ergibt ein Skill-Zertifikat.
Ein kuratiertes Bündel von Skills plus rollenspezifischer Aufbau — Moderation, Führung, Hands-on. Ergibt ein Rollen-Zertifikat.
Die sieben Leitfragen und ihre Skill-Achsen
Architektur, Skalierung, KI, Verbesserung und Recovery sind sinn-übergreifend — sie zahlen auf mehrere Leitfragen gleichzeitig ein und bilden eigene Skill-Familien.
Die VFA-Triade: drei Rollen, die jedes Team braucht
Value, Flow und Architecture Owner sind Funktionen, keine Stellen. Sie beantworten drei Fragen, die in jedem Vorhaben gestellt werden — und die niemand ungestellt lassen kann.
Steht dafür ein, dass am richtigen Problem gearbeitet wird: Produktvision, Backlog-Ownership, Priorisierung, Stakeholder.
Sorgt dafür, dass die Arbeit fließt: Takt, Events, Impediments, Team-Schutz, Flow-Metriken.
Verantwortet die technische Tragfähigkeit: Entkopplung, Betrieb, Sicherheit — und die Spezifikation im KI-Zeitalter.
Dieselben drei Funktionen auf drei Ebenen
Team, Domain, Portfolio. Die Frage bleibt gleich, die Flughöhe ändert sich — deshalb gibt es keine neue Rollenfamilie pro Ebene, sondern denselben Schnitt eine Ebene höher.
Warum drei Ebenen statt vier? SAFe kennt zwischen Team und Portfolio zwei Zwischenebenen (ART und Large Solution). HeptaMS fasst sie zur Domain-Ebene zusammen: ein saubererer Domain-Schnitt deckt ab, wofür SAFe einen ganzen Solution Train braucht.
Warum „Owner" statt „Manager" oder „Lead"? Der Begriff transportiert Verantwortung im Sinne von Rangatiratanga — Verantwortung für den eigenen Beitrag und für das Ganze, nicht Besitz. Ein Value Owner „besitzt" das Produkt nicht; er steht dafür ein, dass das Team an den richtigen Problemen arbeitet.
Drei Tiefenstufen — dasselbe Thema, andere Flughöhe
Ein Thema wird je Zielgruppe unterschiedlich tief vermittelt. Deshalb steckt „wie moderiere ich einen OKR-Workshop" nicht im Skill-Kurs, sondern im Rollen-Aufbau.
- Für wen
- C-Level, Entscheider, Einstieg
- Was vermittelt wird
- Konzept, das Warum, Entscheidungen — keine Mechanik
- Typisches Produkt
- Webinar · Executive Briefing · Foundation
- Für wen
- Ausführende (Scrum Master, Architekten, PO)
- Was vermittelt wird
- volle Mechanik, Werkzeuge, hands-on
- Typisches Produkt
- Skill-Kurs
- Für wen
- Rolleninhaber
- Was vermittelt wird
- Skill plus rollenspezifische Moderation und Führung
- Typisches Produkt
- Rollen-Kurs
- A — OKR als Steuerungslogik, wann es nicht passt, Verhältnis zu MBO und BSC. Ohne Workshop-Mechanik.
- P — OKRs formulieren, Key Results messbar machen, Kaskaden, typische Fehler.
- R — zusätzlich einen OKR-Workshop konkret moderieren, Portfolio-OKRs auf Teams kaskadieren, Alignment-Event facilitieren.
Zwei Zertifikatsarten
- Ein Thema auf Practitioner-Tiefe (½ bis 1 Tag)
- Formate: Online Self-Paced oder Online Live (VILT)
- Multiple-Choice-Prüfung im Anschluss
- Zählt als Baustein in die Rollen-Zertifizierung
- Kuratiertes Skill-Bündel plus Rollen-Aufbau (2 bis 4 Tage)
- Formate: Self-Paced, Online Live oder In-Person (Mindestkohorte 6–8)
- Prüfung plus optionale praktische Abgabe
- Für Value, Flow und Architecture Owner sowie Führung und Skalierung
Prüfung, Gültigkeit, Nachweis
Multiple Choice, 10–15 Fragen, 70 % Bestehensschwelle, drei Versuche inklusive.
Die Schulung ist zwingender Teil der Zertifizierung — Prüfung ohne Kurs gibt es nicht.
Versioniert und lebenslang gültig, keine Pflicht-Rezertifizierung. Minor-Updates jährlich gratis, Major-Versionen alle 24–30 Monate als Upgrade-Schulung.
Jedes Zertifikat hat einen QR-Code mit Prüf-Link: die Echtheit lässt sich öffentlich verifizieren, ohne Anmeldung.
HeptaMS-Rollennamen im Vergleich
Die HeptaMS-Funktionsnamen beschreiben, was die Rolle verantwortet; die Framework-Bezeichnungen benennen sie innerhalb eines Methodenrahmens. Die Zuordnung ist die nächste funktionale Entsprechung, keine exakte Gleichsetzung.
Team-Ebene
| HeptaMS | Scrum | SAFe | LeSS | DA (DAD) | PRINCE2 / PMI | Deutsch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Value Owner | Product Owner | Product Owner | Product Owner | Product Owner | Product Manager | Wertverantwortlicher |
| Flow Owner | Scrum Master | Scrum Master | Scrum Master | Team Lead | Project Manager | Flussverantwortlicher |
| Architecture Owner | — (implizit bei Developers) | — (erst auf ART-Ebene) | — (implizit) | Architecture Owner | Technical Lead | Architekturverantwortlicher |
Domain- / Programmebene
| HeptaMS | SAFe | LeSS | PRINCE2 / PMI | Deutsch |
|---|---|---|---|---|
| Domain Value Owner | Product Management | Area Product Owner | Senior Product Manager / Programme Manager | Wertverantwortlicher (Programm) |
| Domain Flow Owner | Release Train Engineer (RTE) | — (kein Äquivalent) | Programme Manager / PMO Lead | Flussverantwortlicher (Programm) |
| Domain Architecture Owner | System Architect | — (implizit) | Solution Architect | Architekturverantwortlicher (Programm) |
Portfolio-Ebene
| HeptaMS | SAFe | PRINCE2 / PMI | Deutsch |
|---|---|---|---|
| Portfolio Value Owner | Lean Portfolio Management (LPM) | Portfolio Director / Investment Board | Wertverantwortlicher (Portfolio) |
| Portfolio Flow Owner | Agile PMO (APMO) | Head of PMO | Flussverantwortlicher (Portfolio) |
| Portfolio Architecture Owner | Enterprise Architect | Chief Architect / CTO | Architekturverantwortlicher (Portfolio) |
Hinweise zur Verwendung
Das Fehlen einer expliziten Architekturrolle auf Team-Ebene ist kein Versehen, sondern eine Design-Entscheidung: Scrum geht davon aus, dass die Developers die Architekturverantwortung gemeinsam tragen. Bei erfahrenen Teams funktioniert das; bei gemischten Teams oder unter KI-gestützter Codegenerierung entsteht häufig ein Vakuum.
Bewusst funktional gehalten — „Wertverantwortlicher", „Flussverantwortlicher", „Architekturverantwortlicher". Sie vermeiden die englischen Framework-Begriffe wie auch die tradierte Hierarchiesprache („Leiter", „Direktor") und lassen sich direkt in Stellenbeschreibungen und Organigramme übernehmen.
Der Titel stammt aus der TOGAF®-Tradition (Business, Data, Application, Technology). SAFe hat ihn übernommen, verengt den Scope aber auf die agile Portfolio-Architektur. Wer TOGAF als EA-Framework einsetzt, findet die Zuordnung zum Portfolio Architecture Owner im Buch.
Zertifizierungswege
Zwei sinnvolle Einstiege — je nachdem, ob eine Rolle übernommen wird oder ein Werkzeug fehlt.
- 1 Kostenloses Webinar (z. B. „Die VFA-Triade") als Standortbestimmung
- 2 Lean-AI Foundation: gemeinsame Sprache, die sieben Leitfragen
- 3 Rollen-Kurs Value, Flow oder Architecture Owner
- 4 Rollen-Zertifikat, danach Aufbau auf Domain- oder Portfolio-Ebene
- 1 Skill-Kurs zum konkreten Thema (OKR, Kanban, ITIL, KI-Sicherheit …)
- 2 Skill-Zertifikat
- 3 Weitere Skills nach Bedarf sammeln
- 4 Später als Bausteine in ein Rollen-Zertifikat überführen
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Rollenmodell und Zertifizierungslogik folgen dem Buch „Hepta Management System". Kursspektrum und Formate werden laufend erweitert; verbindlich sind die Angaben im Kursfinder.